Drawdown & Recovery Rechner
Berechnen Sie die mathematische Asymmetrie von Depot-Verlusten: Wie viel Prozent Gewinn sind nötig, um ein Portfolio nach einem Crash wieder vollständig aufzubauen?
Erholungs- & Depot-Bilanz
Die Mathematik des Verlustes: Warum 50 % Minus nicht 50 % Plus bedeuten
Einer der am häufigsten unterschätzten Effekte der Finanzmathematik ist die asymmetrische Wirkung von Kursverlusten (Drawdowns). Fällt ein Aktien- oder ETF-Depot um 50 %, benötigt es anschließend keine 50 % Gewinn, sondern einen Kursanstieg von exakt 100 %, um wieder den ursprünglichen Einstandswert zu erreichen.
Die Formel hinter der Erholung (Recovery Rate)
Die mathematische Formel zur Berechnung des erforderlichen Erholungs-Gewinns $R$ bei einem gegebenen prozentualen Verlust $L$ lautet:
Je tiefer der Einbruch, desto dramatischer steigt der benötigte Gegenwind: Bei 70 % Verlust muss sich das Restkapital mehr als verdreifachen (+233 %), um den Breakeven-Punkt zu erreichen.
Vergleichstabelle historischer Drawdown-Szenarien
Die folgende Übersicht zeigt die erforderliche Performance bei typischen Börsen-Crashes sowie die geschätzte Erholungsdauer bei einer durchschnittlichen Markt-Rendite von 7 % p.a.:
| Depot-Verlust (Drawdown) | Restvermögen (bei 10.000 €) | Nötiger Erholungs-Gewinn | Dauer bei 7 % p.a. |
|---|---|---|---|
| - 10 % | 9.000 € | + 11,1 % | ca. 1,5 Jahre |
| - 20 % | 8.000 € | + 25,0 % | ca. 3,3 Jahre |
| - 30 % | 7.000 € | + 42,9 % | ca. 5,3 Jahre |
| - 50 % | 5.000 € | + 100,0 % | ca. 10,2 Jahre |
| - 75 % | 2.500 € | + 300,0 % | ca. 20,5 Jahre |
Häufige Fragen (FAQ) zu Drawdown & Erholung
Der Maximum Drawdown misst den größtmöglichen kumulierten Verlust vom höchsten Punkt (Peak) bis zum tiefsten Punkt (Trough) eines Portfolios innerhalb einer festgelegten Periode. Er ist eine Schlüsselkennzahl für das Risikoprofil einer Kapitalanlage.
Wichtige Strategien zur Begrenzung von Verluste sind breite weltweite Diversifikation (z. B. MSCI ACWI / FTSE All-World), automatisierte Rebalancing-Prozesse, regelmäßige ETF-Sparraten (Dollar-Cost-Averaging im Crash) und die Anpassung der Eigenkapitalquote an das persönliche Risikoprofil.